Jahresthema 1700 Jahre Judentum in Deutschland


Aus dem Dezember des Jahres 321 datiert ein konstantinisches Edikt, das jüdischen Bürgern der römischen Colonia Agrippina (Köln) das Recht verleiht, Ämter in der Verwaltung der Stadt zu übernehmen. Dieser älteste urkundliche Beleg ist Anlass, um im Jahr 2021 bundesweit die Geschichte des Judentums in Deutschland zu erinnern. Hier finden Sie die Veranstaltungen zum Thema bei uns im Kirchenbezirk und die Plakataktion  „# beziehungsweise: jüdisch und christlich- näher als du denkst“ .

Veranstaltungen zum Thema:

Beziehungsweise Jüdisch-christlich- näher als Du denkst.

Mittwoch, 3. März 2021, Beginn 19:30 Uhr
Online per Webkonferenz, Link wird nach Anmeldung zugeschickt
Anmeldung: schuldek.goeppingen@elkw.de
Referent: Jochen Maurer, Pfarrer, Beauftragter der Ev. Landeskirche
Württemberg für das jüdisch-christliche Gespräch

Pfr. Jochen Maurer führt in die Plakataktion und stellt einige spannende Entdeckungen entlang des jüdischen und des christlichen Festkalenders vor.

Hier der Flyer mit dem Jahresprogramm

Plakataktion: beziehungsweise Januar: Im Anfang

Eine jüdische Stimme zum Januarthema:

Im Judentum stellt die Torah den Kern von Gottes Offenbarung dar. Der Text der Fünf Bücher Mose ist in  54 Abschnitte eingeteilt, so dass jede Woche etwa drei bis fünf Kapitel gelesen werden.
Im Lauf eines Jahres wird die gesamte Torah durchgelesen und dabei kein Vers, kein Wort, kein Buchstabe beim Vortrag ausgelassen- so unbequem oder bedeutungslos uns auch manche Geschichte erscheinen mag. Das zwingt dazu, sich auch mit schwierigen Texten auseinanderzusetzen.
Zu Simchat Torah, dem Fest der Torahfreude im Herbst endet der jährliche Lesezyklus- das wird in der Synagoge in großer Fröhlichkeit gefeiert: Alle Torahrollen werden in sieben Prozessionen durch die Synagoge getragen. Man trägt den letzten Abschnitt aus Deut 33-34 vor und fängt dann gleich wieder mit dem ersten Kapitel an: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“.
Rabbinerin Dr. Ulrike Offenberg

 

 

 

Plakataktion: beziehungsweise Februar Fasching 16. Februar und Purim 26. Februar

Purim und Fasching ähneln sich. Verkleidung, ausgelassene Stimmung und spezielle Süßigkeiten-  bei uns die Fasnetsküchle - gehören zu den beiden Festen. Die Purim-Feier hat einen ersten Hintergrund. Im Mittelpunkt steht das biblische Buch Esther. Darin wird erzählt, wie Esther- eine junge Königin gewordene Jüdin- ihr Volk vor der angedrohten Ausrottung durch den übermächtigen Wesir Haman rettet.

Eine jüdische Stimme zum Februarthema:
Kleine und große Clowns, Prinzessinnen, Monster, Zebras, Hasen und andere phantasievoll gekleidete Gestalten haben sich in der Synagoge versammelt, machen Krach mit Hilfe von Rasseln, trampeln, pfeifen und bringen „Buh“- rufe aus. Und das bei der Verlesung eines biblischen Buches??
Purim ist das Lieblingsfest jüdischer Kinder, sie dürfen sich verkleiden und brauchen nicht stillsitzen, weil der Lärm sogar Teil der Liturgie ist: Wann immer der Übeltäter Haman genannt wird, um dessen Namen auszulöschen.
Das Hören der Esther-Geschichte ist das wichtigste Gebot des Festes. Daneben ist es üblich, einander Süßigkeiten zu schenken: „Haman-Taschen“ oder „Haman-Ohren“, dreieckige, mit Mohn, Datteln oder Marmelade gefüllte Kekse. Bedürftige Menschen werden mit Lebensmitteln oder mit Geld bedacht, damit auch sie sich Festmahlzeiten leisten können. Und warum heißt es „Esther-Rolle“? Weil der Text des Esther-Buchs aus einer auf Pergament handgeschriebenen Rolle (Megillah), ähnlich einer Torah-Rolle vorgetragen wird. (Rabbinerin Dr. Ulrike Offenberg)

Die komplette Reihe finden Sie unter  www.juedisch-beziehrungweise-christlich.de